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PAPSTSTEIN 452 m
  
Tags Ausflugslokal | Abends Restaurant

• • • Elbsandsteingebirge
Sächsische Schweiz


  An einem Feiertag, wo besonders
    viel Betrieb auf jedem Ausflugsziel
  der Sächsischen Schweiz herrscht,
        testete die Sächsische Zeitung
        unser Restaurant.
Testbericht
aus der
"PLUSZ"
42/98
von
Monika
Dähnhardt




"Hoch auf dem Berge"
von Monika Dähnhardt
 
Ausstattung: ••••
Bedienung: ••••
Qualität der Speisen: ••••
Preis-/Leistungsverhältnis: ••••
Gesamtnote: ••••
  Getestet am 3. Oktober 1998

Schon in längst vergangenen Zeiten müssen die Wanderer für eine Fettbemmme und einen kühlen Tropfen auf den Papststein gekraxelt sein. Den Gasthof auf dem 452 Meter hohen Berg gibt es jedenfalls schon seit 1860. Zumindest sagt das der heutige Wirt. Genaugenommen sind es zwei junge Wirte, Markus Ziegler und Mark Henkenjohann, die seit Anfang der 90er Jahre die Stätte des Labens betreiben. Begonnen haben die engagierten Herren mit einem Imbißstand. Die Soljanka vom Papststein war im ganzen Nationalpark bekannt. Und fehlt natürlich auch heute nicht auf der Speisekarte. Was im 19. Jahrhundert auf dem Papststein so gegessen und getrunken wurde, weiß keiner mehr genau. Und auch die Gaststätte selbst bekam im Laufe der Zeit immer mal wieder ein anderes Aussehen. Zu DDR-Zeiten war sie sogar kurze Zeit eine Pension. Doch bis heute blieb, passend zur Gegend, das Flair des Rustikalen erhalten. Zunächst muß der Gast die vielen Stufen des Papststeins - abends beleuchtet und im Winter beräumt - hochklettern. Belohnt wird er dann mit einer faszinierenden Aussicht und - gutem Essen. In einem der holzverkleideten, eher unauffälligen Häusschen ist die Gaststube untergebracht. Groß ist sie nicht, aber einfach, gemütlich und ein bißchen dunkel. Dicker Kachelofen, kleine Fenster und Stühle wie bei Großmuttern. Originell sind die Tische mit Gestellen von alten Nähmaschinentischen. Kaum sitzt der Gast, schon bringt ihm die freundliche Kellnerin die Speisekarte. Und da staunt der hungrige Wanderer. Neben Gerichten, die auch die Hausfrau in dieser Gegend kocht, findet er manch Ausgefallenes. Konkret: Neben Sülze mit Bratkartoffeln und Schnitzel mit Erbsen gibts auch vegetarische Gerichte wie grüne Bandnudeln mit Zucchini und Schafskäse (11,80 DM) und Ratatouille mit Wildreis (9,50 DM). Und ganz lecker klingen "Rotbarschfilet auf Orangensauce mit Mandelbrokkoli und Wildreis" (16,30 DM) und "Geflügelleber-Ananasspieß auf Nußsauce und Butterreis" (12,80 DM). Die beiden letztgenannten Gerichte sind zur Zeit nur in der Abendkarte zu entdecken. "Wir wechseln öfter mal das Angebot", erklärt Markus Ziegler. Also könnte der nächste Gast mittags auch mal "Seehecht in Mandelpanade" in der Speisekarte finden, den es bisher nur abends zu speisen gibt. Wir wählten Spinatsuppe mit Croutons und Ei, Putengeschnetzeltes mit Champignons, Krautnudeln mit Schinkenspeckwürfeln und die erwähnten grünen Bandnudeln. Die kleine Tochter bekam ihr geliebtes, aber oft viel zu großes Schnitzel gleich als Kinderportion. Das verhinderte Tränen. Bei Fleischgerichten ist dieser Service noch nicht in allen Gaststätten zu finden. Das Essen kam schnell und sah gut aus. Schön angerichtet mit frischem Salat boten die Teller einen farbenfrohen Anblick. Kleingehacktes Ei war der Blickfang auf der kräftigen, sämigen Spinatsuppe. Und nach den ersten Bissen war jeder des Lobes voll: abgerundet gewürzt und raffiniert kombiniert. Die Nudeln al dente, der Reis körnig, die Kartoffeln schön mehlig - auch die Beilagen wurden bis auf das letzte Krümchen weggeputzt. Nur etwas heißer hätte das Essen sein können.
Etwas träge vom süffigen, von der Kellnerin empfohlenen sächsischen Wein (die Kinder tranken natürlich Saft), probierten wir schließlich noch ein Dessert. Die rote Grütze mit Vanilleeis und Sahne schmeckte gut. Köstlich war der heiße Apfelstrudel mit Vanilleeis und Sahne. Nicht nur, daß der Teller durch ein Arrangement aus exotischen Früchten eine Augenweide war, der Strudel zerging auf der Zunge. Bloß gut, daß der Rückweg abwärts verlief. Ein voller Bauch wandert nicht gern - aber er macht wunderbar zufrieden.


Restauration "Papststein" - Fels Papststein - 01824 Kurort Gohrisch - Telefon: +49 (0) 35021 - 60956

Eigentümer und Verwaltung: Henkenjohann/Ziegler GbR Berghotel & Restaurant "Großer Winterberg"
Auf dem Winterberg 1, 01814 Bad Schandau • Postfach 1120, 01812 Bad Schandau
Telefon: +49 (0) 35022 - 40050 • Telefax: +49 (0) 35022 - 43576 • E-Mail: hotelgwb@aol.com
www.elbsandstein.dewww.saechsischeschweiz.dewww.grosserwinterberg.de
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